Hilfstruppen gegen Moskau (II)

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Originalartikel mit Querverweisen und weiterführenden Links

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Hilfstruppen gegen Moskau (I)

18.05.2016 BERLIN/KIEW/MOSKAU (Eigener Bericht) – Eine in Russland verbotene, von Berlin jedoch unterstützte Organisation der Krimtataren kündigt die Eröffnung offizieller Vertretungsbüros in Brüssel und Washington an. Wie der Medschlis der Krimtataren mitteilt, will er beide Einrichtungen spätestens im Herbst eröffnen; der Brüsseler Repräsentanz messe er besondere Bedeutung bei. Der Medschlis, der in der westlichen Öffentlichkeit gemeinhin als einzig legitimes Gesamtorgan der Krimtataren dargestellt wird, vertritt tatsächlich nur eine Strömung unter den Krimtataren – eine prowestliche -, während eine zweite – eher prorussische – seine Politik seit Jahren dezidiert ablehnt. Die Spaltung unter den Krimtataren geht auf die letzten Jahre des Kalten Kriegs zurück, als ein jahrzehntelanger Parteigänger des Westens, der spätere Medschlis-Vorsitzende Mustafa Dschemiljew, sich für radikale Autonomieforderungen stark machte und einen scharf antirussischen Kurs einschlug. Als Dschemiljew in den 1960er Jahren in der Sowjetunion begann, für krimtatarische Autonomie zu agitieren, und vom Westen unterstützt wurde, um den sowjetischen Gegner von innen heraus zu schwächen, setzten sich Exil-Krimtataren in der Bundesrepublik für dasselbe Ziel ein – die „nationale Dekomposition Russlands“, wie es damals hieß. Zu ihnen gehörte der zentrale krimtatarische Kontaktmann des NS-Reichs, der seine Kollaborationstätigkeit nun in der Bundesrepublik weiterführte und ab den 1950er Jahren auch für CIA-finanzierte Organisationen in München arbeitete.

Unruheherde
Die Bemühungen der Bundesrepublik und weiterer westlicher Staaten, insbesondere der USA, die Krimtataren in der Zeit des Kalten Kriegs für außenpolitische Zwecke zu nutzen, mussten von den Bedingungen ausgehen, die die Kollaboration der Tataren mit den NS-Okkupanten von 1941 bis 1944 geschaffen hatte. In Reaktion auf die Kollaboration [1] hatte die sowjetische Regierung die rund 200.000 Krimtataren im Mai 1944 in die zentralasiatischen Regionen der Sowjetunion, vor allem ins heutige Usbekistan, deportieren lassen – unter gräßlichen Bedingungen: Zahlreiche Krimtataren kamen bei der Deportation oder bald danach ums Leben; zuverlässige Angaben über die Opferzahlen liegen dabei nicht vor. Anfang der 1960er Jahre begannen krimtatarische Aktivisten, ein Recht auf Rückkehr auf die Krim für sich einzufordern; damit verbanden sie das Verlangen nach politischer Autonomie. Letzteres wiederum war für die westlichen Mächte interessant. Noch bis in die 1950er Jahre hatten sie zum Beispiel, um Moskau zu schwächen, ukrainische Nationalisten unterstützt, die mit allen Mitteln dafür kämpften, die Ukraine aus der Sowjetunion herauszubrechen (german-foreign-policy.com berichtete [2]). Das Streben der Krimtataren nach Autonomie schien eine Chance zu bieten, nach der Niederschlagung der Unruhen in der Ukraine durch die sowjetischen Behörden einen weiteren Herd der Instabilität im Innern des gegnerischen Staates zu schüren.

Appelle an den Westen
Eine herausragende Rolle hat in diesem Zusammenhang Mustafa Dschemiljew gespielt, der bis heute eine der wichtigsten Kontaktpersonen der deutschen Außenpolitik unter den Krimtataren ist. Bereits in den Jahren 1961/62 stand er, damals gerade 18 Jahre alt, als einer der Gründer der „Union der Krimtataren-Jugend“ in erster Reihe des krimtatarischen Autonomiekampfes, den er verschärfte, nachdem seine Minderheit 1967 in Moskau vom Vorwurf der kollektiven NS-Kollaboration freigesprochen worden war. Mitte der 1970er Jahre ist er der westlichen Öffentlichkeit als Mitkämpfer des sowjetischen Regierungsgegners und Friedensnobelpreisträgers (1975) Andrej Sacharow bekannt geworden; damals machten Berichte über seinen Hungerstreik und über weitere krimtatarische Proteste die Runde. So war Dschemiljew 1974 festgenommen worden, weil er vorhatte, US-Präsident Richard Nixon bei dessen damals kurz bevorstehendem Moskau-Besuch öffentlichkeitswirksam eine Petition zur Lage der Krimtataren zu überreichen – als Appell, Druck auf die sowjetische Regierung auszuüben. 1986 wurde er, zum wiederholten Male in Haft geraten, auf Intervention von US-Präsident Ronald Reagan vorzeitig entlassen. Für die Bemühungen des Westens, einerseits Unruhe in der Sowjetunion zu schüren, andererseits Moskau bei Eintreten der zu erwartenden polizeilich-geheimdienstlichen Gegenwehr auf internationaler Bühne der Repression zu beschuldigen, besaßen Personen wie Dschemiljew eine hohe Bedeutung.

Kontaktmann des NS-Reichs
Dabei haben die westlichen Staaten stets auch versucht, Exil-Krimtataren für ihre Politik zu nutzen – in der Hoffnung, über sie in die Sowjetunion hineinwirken oder sie zumindest für ihre Propaganda einspannen zu können. Zu den einflussreichsten unter den Exil-Krimtataren gehörte der in der Bundesrepublik ansässige Edige Kirimal. Kirimal, 1911 geboren und auf der Krim aufgewachsen, floh Anfang der 1930er Jahre nach Istanbul, wo er Kontakt zu prominenten krimtatarischen Exilpolitikern aufnahm. Ende 1941 gehörte er zu den zwei Exil-Krimtataren, die vom deutschen Botschafter in der Türkei, Franz von Papen, nach Berlin vermittelt wurden, um dort bei der Planung der Kollaboration auf der Krim behilflich zu sein.[3] Kirimal blieb als zentraler Vermittler zwischen dem NS-Regime und den Krimtataren im Reich, führte dort die „Krimtatarische Leitstelle“ und wurde kurz vor Kriegsende von seinem vielleicht wichtigsten Berliner Kontaktmann, Gerhard von Mende, zum „Präsidenten“ eines „krimtatarischen Nationalkomitees“ ernannt [4]. Von Mende arbeitete im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, zunächst als Leiter des Referats Kaukasien/Turkestan, ab 1943 als Leiter der Führungsgruppe III Fremde Völker; er galt als wohl bedeutendster Stratege einer politischen Nutzung sowjetischer Sprachminderheiten, die er für die NS-Kollaboration zu gewinnen empfahl, um sie als Hilfstruppen für den Kampf gegen Moskau zu verwenden. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte von Mende seine Kenntnisse und seine Netzwerke erneut für den Kampf gegen die Sowjetunion zur Verfügung – diesmal der Bonner Regierung und ihren neuen westlichen Verbündeten.[5]

Nationale Dekomposition
Zu den Personen, mit denen von Mende dabei weiterhin zusammenarbeitete, gehörte der bisherige NS-Kontaktmann Kirimal. Kirimal suchte sich nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem als Publizist zu krimtatarischen Themen hervorzutun; seine erste größere Schrift, die er 1952 unter dem Titel „Der nationale Kampf der Krim-Türken“ veröffentlichte, promotete von Mende mit einem Vorwort. In einer werbenden Kurzrezension sinnierte Ende 1952 „Der Spiegel“, Kirimal rühre „mit seinem Buch an die ‚zeitlose‘ Problematik aller Gegner Rußlands: Wie ist diesem Koloß beizukommen? … Soll man den ‚Moskauer Zentralismus‘ anerkennen oder die zentrifugalen nationalistischen Kräfte des russischen Raumes fördern?“ Kirimal neigte offenkundig der zweiten Lösung zu, ganz wie von Mende. „Kirimals Buch ist von Reichs-Ost-Minister Alfred Rosenbergs Berater, Prof. Gerhard von Mende, eingeleitet“, fuhr „Der Spiegel“ fort: „Von Mende war (und ist es offenbar geblieben) ein Anhänger der ’nationalen Dekomposition Rußlands‘, das heißt der Aufteilung des Riesenreichs in eine möglichst große Zahl nationaler Klein-Staaten“.[6] Im Sinne dieser Strategie arbeitete von Mendes Schützling Kirimal seit den 1950er Jahren für den CIA-finanzierten Sender „Radio Free Europe“ in München, bei dem sich diverse weitere „Volksgruppen“-Aktivisten aus von Mendes Netzwerken tummelten, dann für das ebenfalls CIA-finanzierte Münchner „Institut zur Erforschung der UdSSR“ [7], für das er eine Zeitschrift („Dergi“) herausgab. Das antikommunistische Exil, in dessen Kreisen sich Kirimal in München bewegte, umfasste nicht zuletzt ukrainische Faschisten [8] – ein Milieu, mit dem Krimtataren um Dschemiljew jüngst bei der Blockade der Krim erneut kooperierten (german-foreign-policy.com berichtete [9]).

Die Spaltung der Krimtataren
Während Kirimal 1980 starb und den Untergang der Sowjetunion nicht mehr erlebte, konnte Dschemiljew 1989 die offizielle Aufhebung des Rückkehrverbots für die Krimtataren nutzen und sich wieder auf der Halbinsel niederlassen. Auf die damalige Zeit geht eine Spaltung unter den Krimtataren zurück, die bis heute gravierende politische Folgen zeitigt. 1988 gründete einer der bekanntesten Krimtataren-Anführer neben Dschemiljew, Jurij Osmanow, die „Nationale Bewegung der Krimtataren“ (NDKT). Während Osmanow und die NDKT sich mit der Rückkehr auf die Krim zufriedengaben und eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den anderen Bevölkerungsgruppen dort sowie mit den staatlichen Behörden favorisierten, spaltete sich 1989 unter Mustafa Dschemiljew die radikalere „Organisation der krimtatarischen Nationalbewegung“ (OKND) ab.[10] Dschemiljew und die OKND verlangten ausdrücklich völkisch definierte Sonderrechte – eine krimtatarische „Autonomie“ – und beriefen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, 1991 auf der Krim einen „Kurultaj“ ein, eine krimtatarische Nationalversammlung, die den „Medschlis“ wählte, der als krimtatarisches Exekutivorgan firmiert. Während Osmanow und die NDKT – wohl auch wegen des traditionell starken russischen Einflusses auf der Krim – auf gute Beziehungen auch zu Russland nicht verzichten wollten, folgten Dschemiljew und die OKND einem prowestlichen, gegen Moskau gerichteten Kurs. Dschemiljew übernahm 1991 den Vorsitz des Medschlis, Osmanow wurde 1993 unter ungeklärten Umständen ermordet.

Keine Mehrheit mehr
War der Medschlis unter den Krimtataren zu Beginn der 1990er Jahre deutlich populärer als die NDKT, so hat sich dies im Laufe der Zeit geändert. Ende 2010 konstatierten die an der Universität Bremen publizierten „Ukraine-Analysen“ einen „sinkende[n] Rückhalt“ des Medschlis bei den Krimtataren. „Neue Akteure“ seien „auf die politische Bühne getreten“, die die „Führungsrolle“ des Medschlis nicht mehr befürworteten, hieß es; der Umstand, dass die Organisation ihre „Monopolstellung verloren“ habe und „nicht mehr die Unterstützung der Mehrheit der Krimtataren“ genieße, werde im Westen „gemeinhin außer Acht gelassen“.[11] Die „Ukraine-Analysen“ wiesen auf die 2006 aus der NDKT heraus gegründete Partei Milli Firka hin, die „von Anfang an … eine pro-russische Position“ verfochten habe – im Gegensatz zum Medschlis, der sich von der Türkei unterstützen lasse und die Kräfte der Orangenen Revolution gefördert habe. Die Polarisierung unter den Krimtataren hat sich im Laufe der Zeit weiter zugespitzt. Im Mai 2013 – also noch vor dem Beginn der Majdan-Proteste – berichtete die US-amerikanische Jamestown Foundation von kräftig wachsenden Spannungen zwischen den beiden Flügeln.[12]

Strommasten gesprengt
Diese Spannungen sind mit den Majdan-Protesten und der anschließenden Abspaltung der Krim eskaliert. Milli Firka stellte sich gegen die Majdan-Proteste, warb für die Beteiligung am Sezessionsreferendum und befürwortete die Angliederung der Halbinsel an Russland. Der Medschlis unterstützte den Majdan und rief zum Boykott des Referendums auf; Dschemiljew forderte sogar, einen NATO-Einsatz auf der Krim in Betracht zu ziehen.[13] Dschemiljew und der Medschlis kämpfen weiterhin für die Rückgabe der Krim an die Ukraine. Dabei schrecken sie auch vor Gewalt nicht zurück: Im Herbst initiierten Aktivisten aus ihren Reihen gemeinsam mit ukrainischen Faschisten eine Blockade der Krim, in deren Verlauf sie Straßen für den Warentransport sperrten und mit der Sprengung von Strommasten die Stromversorgung auf der Krim lahmlegten; damit fügten sie der Bevölkerung der Krim gravierende Schäden zu (german-foreign-policy.com berichtete [14]). Während die russischen Behörden den Medschlis am 18. April als terroristische Organisation einstuften und ihn deshalb am 26. April verboten, hat die Vereinigung angekündigt, Vertretungsbüros in Washington, „vor allem“ aber in Brüssel eröffnen zu wollen [15] – ein deutlicher Hinweis auf ihre Bereitschaft, sich dem Westen noch stärker als bisher als Hilfstrupp gegen Russland andienen zu wollen. german-foreign-policy.com berichtet in Kürze.

Ein sonderbares Video aus Ägypten

(Meine unautorisierte Übersetzung des Artikels von nstarikov.ru)

„Unbekannte Scharfschützen“ als Element zur Förderung von Spannungen wurden integraler Bestandteil der „Volksrevolutionen“. Wir haben sie auf den Dächern Syriens, Libyen, Ägyptens, des Jemen gesehen. Wir erinnern uns, wie diese Mörder in Moskau im Oktober 1993 schossen und vor gar nicht allzu langer Zeit in Kirgisien. Und da ist ein neuer Ausbruch der Gewalt in Ägypten.

Und ein neues Video.

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Ein schlimmes Video eines Menschen (vielleicht ein Journalist), der den Moment seines eigenen Mordes aufnahm, verübt durch einen Menschen, der auf dem Dach saß, mit einer automatischen Waffe in der Hand. Aus dem Video ist nicht ersichtlich, wer das ist – der Sniper oder irgend jemand anderes. Er hat Militäruniform an, aber auch das beweist gar nichts. Um im heutigen Ägypten einen Zusammenprall zu provozieren, muss man entweder mit verdecktem Gesicht in der Menge der „Muslimbrüder“ stehen oder in der Uniform eines Soldaten auf Demonstranten schießen. Die Sniper-Mörder zu Beginn des syrischen Geschehens waren mit falschen Identitäten der syrischen Spezialeinheiten ausgestattet, und sie wurden nach einer ersten Überprüfung entlassen.

P.S. Sollte jemand ein glaubwürdiges Video oder Foto über die Teilnahme „unbekannter Sniper“ während der letzten Vorkommnissen in Ägypten haben, so bitte ich, mir die Informationen zukommen zu lassen.

Quelle: nstarikov.ru

 

Der nicht zufällige Tod Beresowskis

Eigene unautorisierte Übersetzung eines Artikels des russischen „Telegrafist“ vom 24. März 2013 des Bloggers Dmitri Beljajew: Original-Artikel vom 23. März 2013

[Anmerkung: Alle verlinkten Quellen sind auf Russisch.]

Wie zahlreiche Informationsquellen berichten, verließ Boris Beresowski heute unsere Welt. Noch gibt es keine ausführlichen Informationen zum Fakt seines Todes oder Mordes, aber es kann schon beurteilt werden, das sein Tod nicht zufällig war.

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Bis jetzt lautet die inoffizielle Version: Selbstmord. Gefunden im Bad, in London, ohne Spuren eines gewaltsamen Todes.

Bald werden die Paranoiker aus dem Lager seiner Anhänger beginnen, Versionen nach dem Thema „das blutige Regime hat es erreicht“ zu produzieren. Natürlich ist die bisherige Version komisch, zumindest von der Tatsache her, dass Beresowski schon lange keine reale Bedrohung für Russland mehr darstellte und nur noch ein Instrument in den Händen der britischen Geheimdienste MI 5 und MI 6 für die Arbeit mit der russischen Opposition war.

Doch die in ihn gesetzten britischen Hoffnungen wurden enttäuscht. Die Revolution blieb aus.

Über seine Kontakte zu den Geheimdiensten sprach Beresowski offen:

„Aber ich bin in den hoffnungsvollen Händen Scotland Yards und anderer Geheimdienst Englands, die mein Leben schützen“erzählte Beresowski örtlichen Journalisten im Sommer 2012.

Wie gehen die Geheimdienste Englands mit einem verbrauchten menschlichen Material um, zumal wenn er zu viel weiß?

Genau so ist es mit dem ehemaligen Komplizen Beresowskis, Alexander Litwinenko, dessen Sterbeurkunde bis heute ein Geheimnis hinter sieben Siegeln ist, jedoch gibt es inoffiziell die Version der Vergiftung mit Polonium-210.

Beweis 1

Beweis 2

Außerdem starb vor nicht allzulanger Zeit der Zeuge  in der Korruptions-Sache Brauder-Magnitskij unter mysteriösen Umstände in London .

Die britischen Geheimdienste waren immer berühmt für ihre raffinierten Gifte mit verzögerter Wirkung, die einen Menschen umbringen können ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen.

Außerdem „zündete“ vor kurzem die Witwe Litwinenkos „das Büro an“, indem sie erklärte, dass der Verstorbene 90 Tausend Pfund Sterling für die Zusammenarbeit mit dem MI 6 erhalten hatte.

Die hiesigen Kollegen Beresowskis würden vor Ort hundert Mal darüber nachdenken, ob es sich gegen die russisch-orthodoxe Kirche und den Russischen Staat lohnt, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen.

Nebenbei bemerkt, haben wir bis jetzt auch nicht erfahren, worüber der so liebenswerte, gar friedliche Oligarch Nawalny im Herbst 2011 mit der politischen Elite Englands im „Klub der Außenpolitik“ und im Parlament jenes Landes sprach.

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Hier gibt es ein Interview zu diesem Thema mit einem Menschen, der Beresowski gut kannte:

http://cuamckuykot.ru/interview-with-nikita-chekulyn-about-berezovsky-and-navalny-1202.html

Überhaupt wurde in den vergangenen Jahren eine große Menge Material über Beresowski auf dem angegebenen Blog veröffentlicht:

http://cuamckuykot.ru/tags/boris-berezovskij

Was ganz klar ist – da ist kein Gewissen. Sonst hätte Beresowski schon vor vielen Jahren Selbstmord begangen. Das ist offensichtlich. Plötzlich konnte das bei einem solchen Menschen nicht erwachen.

Im Moment erwarten alle zusätzliche Informationen zu seinem Tod.

Aber sei es, wie es sei, mit dem Tod Beresowskis verging eine ganze Epoche – die neunziger Jahre. Dies ist ein Beispiel für alle Räuber und Verräter, die das Geraubte ins Ausland bringen, aber auch für diejenigen, die denken, dass sie durch die Zusammenarbeit mit dem britischen oder amerikanischen Geheimdienst ein Führer sein können.

Es gibt noch ein Detail, das zu denken gibt. Ob es wahr ist oder nicht, aber Beresowski hat schon ziemlich oft erklärt, das er russisch-orthodoxer Christ sei:

„Aber was veranlasste Sie, den russisch-orthodoxen Glauben anzunehmen und wann war das?

– Das war im April 1994, zwei Monate nach dem Angriff auf mich, der tragischerweise den Tod meines Fahrers forderte, aber ich blieb durch ein Wunder am Laben. Mir fällt es schwer, meine Taufe rational zu erklären, wenn ich auch denke, dass dies weitgehend ein Resultat des Einflusses der russischen Kultur ist. Ich kam dazu nach langen – nicht einem Jahr – Nachdenken und ich zähle mich zu den gläubigen Christen.“

http://www.sem40.ru/index.php?newsid=191267

Nun, aber kein russisch-orthodoxer Christ beendet sein Leben durch Selbstmord. Denn er weiß, dass seine Seele in einem solchen Fall niemals ruhen wird, sondern direkt in die Hölle kommt.

Schließlich, Beresowski, der so sehr die gesellschaftliche Aufmerksamkeit liebte und seine Briefe veröffentlichte,  hinterließ keinen Abschiedsbrief. Kein Wort. Das Geheimnis der letzten Tage seines Lebens nahm er mit ins Krematorium.

P.S. Wie Leser schreiben, schrieb Beresowski am Vorabend des Vergebenden Sonntags [Anm. von mir: ein russisch-orthodoxer Feiertag, am 7. Sonntag vor Ostern] einen Brief an Putin, in dem er um Verzeihung und die Rückkehr nach Russland bat. Darüber informierte der Presse-Sekretär des Präsidenten, Dmitirij Peskow.

Wie konnte Beresowski, der ziemlich viel über die Arbeit der britischen Geheimdienste wusste, annehmen, dass sie ihn einfach so gehen lassen würden.

P.P.S. Die Polizei Londons nannte Beresowskis Tod bereits „ungeklärt“.

Seinen leblosen Körper fand ein Wächter. Ich bin überzeugt, dass er innerhalb kurzer Zeit auch  „unter ziemlich seltsamen Umständen“ stirbt.

„Am Tatort arbeiten speziell geschulte Mitarbeiter, darunter Spezialisten der chemischen, biologischen, radiologischen und Giftwaffen, die vorsichtshalber eine Reihe von Untersuchungen durchführen“, heißt es in einer Pressemeldung der Leitung der Thamse Valley Police.

Es ist möglich, dass die britischen Geheimdienste über die von ihnen gesteuerten Massenmedien und Medien-Holdings beginnen, die Version über „die Hand des Kreml“ aufzurollen – um die Aufmerksamkeit abzulenken und um daraus die politische Dividende zu ziehen, wie das auch im Falle der Sache Litwinenko geschah.

Nachtrag am 25. März 2013:

Der in diesem Artikel angekündigte Hexentanz hat bereits begonnen:

Leibarzt: “Kreml wollte ihn zerstören”

Der “Mirror” zitiert einen solchen Freund. Sein Leibarzt und Freund Dr. Felschtinksi sagte, Beresowski habe um seine Sicherheit gefürchtet, weil der Kreml “zum Ziel hatte, ihn zu zerstören – als Beispiel für jeden Gegner von Wladimir Putin”.

Beim letzten Besuch habe sein Patient “keine Hinweise gegeben, suizidgefährdet zu sein. Er war ein Kämpfer, Selbstmord war nicht Teil seiner DNA”.

Quelle: t-online

Weiterer Nachtrag am 25. März 2013:

Ich fand soeben diese sehr aufschlussreichen Hintergrundinformation zum Herrn Beresowski:

Kopf der russischen Mafia, Boris Beresovsky, im englischen Exil tot aufgefunden

Weiterer Nachtrag am 26. März 2013:

Und weiter geht die Hexenjagd.

Also erst gab es keine Anzeichen äußerer Gewalt an Beresowskis Körper und jetzt hat er sich erhängt?

Und immer wieder der leise Verweis auf die Verantwortung Moskaus für den Tod Beresowskis.
Widerliche Schmierenkampagne gegen Russland auf dem Rücken dieses toten Schwerverbrechers, genau wie der russische Blogger in diesem Artikel vorausgesagt hat!

Oligarch Boris Beresowski hat sich erhängt

 

Nachtrag am 29. März 2013:

Schirinowski: Beresowski wurde getötet

„Ich schließe seinen freiwilligen Tod aus“, heißt es in seiner auf der Webseite der Partei veröffentlichten Erklärung des exzentrischen russischen Politikers. „Es gab keinen Selbstmord. Seine Bekannten in London bestätigen, dass er gerade nach Israel oder nach Afrika fliegen wollte. Aus meinem Gespräch mit ihm im Januar schließe ich, dass er nach Möglichkeiten für eine Rückkehr nach Russland suchte. Insofern gab es keinen Sinn, mit dem eigenen Leben auf diese Weise Schluss zu machen. Das dumme Gerede, er habe kein Geld mehr, stimmt gar nicht – er hatte einen Haufen Geld.“

„Ich denke, ein Mord liegt auf der Hand“, so Schirinowski. „Er wurde von Strukturen in Großbritannien begangen.“

„Mir hat er gesagt, er habe vor, alles zu unternehmen, um dem Ermittlungsverfahren (im Zusammenhang mit dem nach Großbritannien geflüchteten Ex-FSB-Offiziers  Litwinenko) ein Ende zu setzen, damit es keine Anschuldigungen gegen Russland gibt. (…) Sobald man im London begriffen hatte, dass er wirklich vorhat, nach Russland zurückzukehren, hat man dort Angst bekommen. Für die dort war es verlustbringend, dies zerstörte alle mit Beresowski verbundenen antirussischen Szenarien. (…) Er ist eine signifikante Figur. Wenn Beresowski nach Russland zurückgehen würde, könnten ihm auch andere folgen.”

Das entspricht ziemlich genau der Meinung des russischen Bloggers bereits am Tage des Todes von Beresowski.

Neue Märchen über Robert Bales

Mittlerweile wurde der Soldat, der angeblich für das Massaker von Kandahar verantwortlich ist, wegen 17-fachen Mordes angeklagt. Obwohl einige US-Politiker die Todesstrafe nicht ausschließen wollen, liegt es doch auf der Hand, dass Bales wahrscheinlich nicht eine Hinrichtung zu erwarten hat.

Währenddessen wollen die US-Ermittler in Afghanistan neue Tatsachen über das Massaker entdeckt haben. Sie sind zum Schluss gekommen, dass Robert Bales zuerst in ein Dorf ging, dort Menschen ermordete und danach wieder ins Hauptquartier zurück kehrte, bevor er ein anderes Dorf überfiel und dort sein Massaker fortsetzte. Deshalb sollen auch die Tatorte so weit voneinander entfernt sein.

Dass solche “Ermittlungen” seitens der Amerikaner oft unglaubwürdig erscheinen, ist nichts Neues. Dieses Mal jedoch haben sie sich mal wieder selbst übertroffen! Anstatt nur einen einzigen afghanischen Zeugen anzuhören, bevorzugen es die US-Ermittler neue, krude Thesen zu verbreiten. Hauptsache Robert Bales bleibt weiterhin der Einzeltäter, der Sündenbock, der für alles verantwortlich zu machen ist.

Währenddessen wurden die Hinterbliebenen in Kandahar mit lächerlichen 50 000 Dollar von den USA “beschädigt”. Verletzte erhielten jeweils 11 000 Dollar. Man fragt sich, was dieses Geld den Menschen dort bringen soll. Sie haben während ihrer Anhörung immer wieder gesagt, dass sie nichts anderes auf dieser Welt wollen, nichts Materielles, außer die gerechte Bestrafung der Täter. Weiterhin hat jeder von ihnen noch einmal deutlich wiederholt, dass es keineswegs eine einzelne Person war und dass mehrere Schüsse gleichzeitig abgefeuert wurden. Des Weiteren verstehen die Angehörigen der Opfer nicht, wie es sein kann, dass nun ein einzelner “Verrückter” den Afghanen und den Menschen weltweit als Täter vorgeführt wird. Abgesehen davon, dass dies eine Lüge sei, ist es unverständlich, warum die US-Armee solche “Verrückten” unter ihren Soldaten habe und wie es sein könne, dass ein “Verrückter” mitten in der Nacht unbeaufsichtigt sein Quartier verlassen könne.

Die Amerikaner haben diese Anhörung ignoriert und bis jetzt kein Wort darüber verloren. Sie stehen weiterhin zu ihrer Version. Dass Robert Bales sich tatsächlich ein zweites Mal unbeaufsichtigt ins Hauptquartier begab und danach wieder zum Morden aufbrach, ist mehr als nur unwahrscheinlich.

Anstatt die Wahrheit einzugestehen, werden weiterhin Fakten vertuscht. Die Menschen in Kandahar lassen sich jedoch nicht mit Geld entschädigen. Was soll zum Beispiel Mohammad Wazir, der fünf Töchter und einen Sohn in dieser Nacht verlor, mit diesem Geld anfangen? Den anderen Hinterbliebenen geht es nicht anders. Wie sollen sie ihr Leben fortsetzen? Ihre Qualen müssen unvorstellbar sein.

Während in den meisten Medien nicht einmal die Namen der Ermordeten erwähnt werden, werden die Afghanen ihre Opfer niemals vergessen.

Deshalb sollte an Khudadad, Payenda, Robina, Schatarina, Zahra, Nazia, Masuma, Farida, Palwascha, Nazia, Esmatullah, Faisullah, Essa Mohammad, Akhtar Mohammad, Mohammad Daoud und Nazar Mohammad stets erinnert werden.

Sie alle verloren ihr Leben in jener Nacht und die Täter laufen immer noch frei und unbehelligt herum.

 

viaNeue Märchen über Robert Bales.

Ausbeutung ärmerer Länder durch die EU

Heute postete Dr. Martin Bartonetz in einem Kommentar zu seinem Artikel Warum ist der Mensch korrupt? dieses Video, das ich auf meinem Blog als eigenen Artikel weiterverteile.

Dem Inhalt dieses Videos ist nichts weiter hinzuzufügen.

 

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