„Wie geht es Dir da, Mischa?“

Eigene, unautorisierte Übersetzung des Artikels von vsgljad (Blick) vom 17. April 2013. Foto: Reuters; Autor: Olga Grizenko

Saakschwili bedauert, dass die USA den Krieg mit Russland wegen Grusinien nicht begonnen haben.

 

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Michail Saakaschwili deckte die Einzelheiten des Beginns des Augustkrieges des Jahres 2008 und der Rolle der USA dabei auf. Der grusinische Präsident teilte mit, dass George Bush jr. ernsthaft die Variante eines Schlages gegen die russische Armee erwog, dass es jedoch nicht so beschlossen wurde. Er gab sogar zu, dass die „teure Condy“ Tblissi riet, sich nicht in diesen Krieg einzumischen.

Der Präsident Grusiniens Michail Saakaschwili erzählte einige Details des August 2008.

Im Einzelnen gab er zu, dass die damalige amerikanische Außenministerin, Condoleezza Rice, ihn warnte, dass Tbilissi sich nicht in den Krieg mit Moskau einmischen solle. Damals antwortete ich so: „Wir werden uns nicht einmischen. Teure Condy, aber was werden Sie machen, wenn sie trotzdem hereinkommen?“ Darauf antwortete sie: „Ich denke nicht, dass sie das tun würden“ – erzählte er im Interview mit dem Telekanal „Rustavi-2“.

Saakaschwili deckte auch seine Unterredungen mit George Bush jr. im Detail auf. „Als die russische Armee schon auf Tblissi zu marschierte, rief mich Bush an. Er fragte mich: ‚Nun, wie geht es Dir da, Mischa, nicht so wirklich gut, nicht?‘ Ich antwortete ihm: ‚Wie es mir geht, hat schon gar keine Bedeutung. Morgen kann es mich schon nicht mehr geben, aber ich denke, dass auch Sie selbst sich nicht gut fühlen sollten, weil die Sowjetunion in der Zeit der Regierung Ihres Vaters zusammenbrach und wenn in der Zeit Ihrer Präsidentschaft die Armee in Tblissi einmarschiert, so wird die Sowjetunion auferstehen. Und was wird dann die Geschichte über Sie schreiben?‘ Darauf antwortete mir Bush: ‚Warten Sie, ich habe eine Besprechung'“, – gab Saakschwili den Dialog wieder, und fügte hinzu, dass die USA nach diesem Gespräch beschlossen ihre Flotte nach Grusinien zu schicken.

Nach seinen Worten „haben die USA ernsthaft die Möglichkeit in Betracht gezogen, den Roki-Tunnel zu bombardieren“, durch den damals das russische Militär Süd-Ossetien zu Hilfe kam, teilt ITAR-TASS mit. „Und ich bedauere sehr, dass die USA nicht so entschieden haben“, unterstrich er.

Hierbei erklärte Saakaschwili, dass er bereit ist, auf Fragen der parlamentarischen Kommission über die Ereignisse des August 2008 zu antworten. „Wenn eine parlamentarische Kommission gegründet wird, so bin ich bereit, ins Parlament zu kommen und auf alle notwendigen Fragen zu antworten, aber wenn dieses Thema bei der Staatsanwaltschaft des Landes im Rahmen des Strafgesetzbuches zur Debatte steht, gibt es ein anderes Ergebnis“, setzte er hinzu.

Die Absichten des Parlaments, abermals Untersuchungen zu den Ereignissen des August 2008 zu führen, wurden in der vergangenen Woche bekannt. „Zur Zeit ist nicht konkret bekannt, in welcher Form diese Kommission funktionieren wird, aber sie wird bestimmt eingerichtet. Die Öffentlichkeit muss wissen, welche Ereignisse diesem Krieg vorausgingen, was geschah, was die Situation verschärfte“, erklärte das Oberhaupt der parlamentarischen Mehrheit, die sich aus der Koalition „Grusinischer Traum“ bildet, David Saganelidse, den Journalisten. Eine analoge Kommission, eingerichtet einen Monat nach der Beendigung des grusinisch-ossetischen Krieges und der Durchführung der Moskauer Kriegsoperation, die Tblissi zum Frieden zwang, kam 2008 zu dem Schluss, dass Russland seit einigen Monaten den „Überfall auf Grusinien“ geplant hätte. „Im Verlaufe einiger Monate gingen bei den entsprechenden Diensten Grusiniens Signale über die Vorbereitung einer Kriegsoperation von Seiten Russlands ein, aber die Analyse der zu erwartenden Gefährlichkeit war nicht auf dem notwendigen Niveau und darum war die Dimension der Kriegsoperationen von Seiten der Russischen Föderation (RF) unerwartet für die Behörden Grusiniens“, wurde in ihrer Zusammenfassung gesagt.

Aber der neuen parlamentarischen Mehrheit erscheinen die Schlussfolgerungen ihrer Kollegen zweifelhaft. Wie Saganelidse unterstrich, „gab“ die Kommission damals “keine Antworten auf entsprechende Fragen“. „Die Antworten, die von den vorherigen Behörden der Öffentlichkeit gegeben wurden, waren PR und der Versuch, die reale Situation zu verschleiern“, unterstrich er.

Außerdem hat vorher sogar das grusinische Ministerium für Justiz nicht ausgeschlossen, dass Saakaschwili, aber auch eine Reihe hochrangiger Beamter zu der Sache dieses Krieges verhört werden könnten. „Bei der Staatsanwaltschaft des Haager Gerichtes gingen nicht wenige Informationen ein, nach denen Bürger und Vertreter verschiedener ausländischer NGOs sich mit Beschwerden dorthin wandten und erklärten dass hochgestellte Beamte verschiedener ethnischer Herkunft Verbrechen begangen haben – voraussichtlich entweder gegen die Menschlichkeit oder diese Verbrechen können als Kriegsverbrechen qualifiziert werden. Unsere Probleme müssen wir selbst lösen, es ist unsere Aufgabe und die der Staatsanwaltschaft, die Sache des Krieges von 2008 zu ermitteln“, unterstrich vorher das Oberhaupt des Amtes Teja Zulukian.

Saakischwili selbst erklärte in Antwort darauf früher, dass er „weder als Präsident noch als Bürger Grusiniens willens ist, bei der Beweisaufnahme zur Untersuchung der Fragen, die mit dem kriegerischen August 2008 verbunden sind, zusammenzuarbeiten.“

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