Nikolai Swanidse: Ich bin auch ein staatlich denkender Mensch

Als Beispiel der unglaublichen, verlogenen und hasserfüllten Hetze gegen Stalin und die Sowjetunion veröffentlichte Nikolai Starikov auf seinem Blog heute das folgende Gespräch mit Nikolai Swanidse, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt und das ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte.

Im folgende meine unautorisierte eigene Übersetzung des Artikels vom heutigen Tag, dem 7. März 2013:

Was gibt es nicht alles zu hören von Nikolai Karlowitsch Swanidse. Die Hörer des Senders „Kommersant FM“ konnten am Dienstag, dem 5. März 2013 erfahren, dass Swanidse ein staatlich denkender Mensch ist. Auch. Allerdings vergaß er zu präzisieren, in den Interessen welchen Staates Nikolai Karlowitsch denkt. Woran ich ihn sofort erinnerte, als ich ihn bat, mich nicht mit dem Wort „Herr“ anzusprechen.

Obwohl, wozu brauchen Sie meine Nacherzählung, wenn Sie alles selbständig lesen und hören können.

svanidze_05

[Anm. von mir: Im Original-Artikel gibt es die Audio-Datei des Gespräches zu hören]

Stalin ist eher lebendig als tot. Zu dieser Schlussfolgerung gelangten die Autoren des Berichtes, der vom Fond Carnegie am Vorabend es 60. Todestages des sowjetischen Führers publiziert wurde. Die Daten des Fonds besprechen der Schriftsteller, Führer der Gesellschaftlichen Organisation „Gewerkschaft der Bürger Russlands“, Nikolai Starikov, und der Journalist, Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer, Nikolai Swanidse, mit dem Moderator Andrej Norkinij.

Nikolai Vikotorwitsch, an Sie die Frage: Sehen Sie hier ein gewisses Paradox darin, dass Stalin gleichzeitig als blutiger Tyrann aber auch als weiser Führer genannt wird?

N. St.: Ich sehe hier keinerlei Paradox, weil von den staatlich denkenden patriotischen Kräften und dem einfachen Volk die Tätigkeit Stalins ausschließlich positiv bewertet wird. Was unsere fünfte Kolonne angeht, die Liberalen, so ist für sie Stalin wie das Weihwasser für den Vampir.

Doch wie kommentieren sie die vom Fond Carnegie veröffentlichten Zahlen selbst? Sind Sie mit ihnen einverstanden oder nicht?

N. St.: Die Zahlen, die von den „unabhängigen“ Forschern veröffentlicht werden, sind natürlich immer schwer zu kommentieren. Aber heute sah ich Zahlen, die vom „Lewada-Zentrum“ veröffentlicht wurden, die auch von US staatlichen Zuschüssen leben. Diese Organisation schreibt, dass die Mehrheit der Bevölkerung Russlands Stalin positiv gegenüber steht, darum, was soll hier kommentiert werden? Das Volk hat seine Wahl getroffen.

Nikolai Karlowitsch, wie denken Sie?

N. Sw.: Zum ersten gestatte ich mir, mich auch einen staatlich denkenden Menschen zu nennen. Dabei ruft Stalin bei mir absolut negative Gefühle hervor, darum übernimmt hier Herr Starikov, nach meiner Sicht, viel für sich, wenn er über staatlich denkende Menschen und im Namen des so genannten einfachen Volkes spricht.
Zum zweiten verstehe ich nicht, was „das einfache Volk“ ist und worin es sich von dem „nicht einfachen“ unterscheidet. Wenn, nach Meinung des Herrn Starikov, das einfache Volk das ist, welches eine Vierklassen-Schulbildung hat, so gibt es die nun wahrscheinlich nicht. Insgesamt liebe ich es sehr, wenn im Namen des Volkes gesprochen wird.
Ich sage dann auch im Namen des Volkes, dass Stalin ganz sicher als blutiger Tyrann und Diktator in die Geschichte Russlands eingeht, der weitgehend den Genofond der russischen Bevölkerung zerstört hat. Die Russische Bevölkerung identifiziere ich mit dem sowjetischen, aber ich habe viele Ethnien im Blick, die auf dem Territorium der Sowjetunion lebten, aber vor allem die russische Ethnie.
Dabei ist es nicht nur die Intelligenz, nicht nur Geistliche, nicht nur Professoren, Adlige, sondern es sind die Menschen, die Herr Starikov das einfache Volk nennt, vor allem die russische Bauernschaft. Außerdem errichtete er einen Koloss auf tönernen Füßen, wie bekannt ist, weil nur einige Jahrzehnte seit Stalin vergangen sind, und wie wir wissen, konnte dieses Land in dieser Zeit nur durch Vergewaltigung und Blut bestehen. Es stürzte bei den ersten Veränderung der außen-politischen ökonomischen Situation.

Nikolai Viktorowitsch, ich bitte Sie zum ersten ihren Begriff „einfaches Volk“ zu erklären. Und dann schon über das Erbe Stalins zu sprechen, worüber gerade Herr Swanidse sprach.

N. St.: Der sehr geehrte Nikolai Karlowitsch kann mich „Genosse“ nennen, mir gefällt es überhaupt nicht, wenn er mich „Herr“ nennt, das zum ersten. Zweitens, ich habe nie im Namen des einfachen oder irgend eines anderen Volkes gesprochen, ich sagte, dass die Mehrheit der Bevölkerung Russlands sich positiv auf Stalin bezieht, was bestätigt wird, und darin sind auch die soziologischen Studien, von denen Sie sprechen, beinhaltet. Aber wenn es die Mehrheit der Bürger Russlands ist, heißt das die Mehrheit des einfachen Volkes. Das sind nicht irgend welche Gelehrten, keine Geistlichen, das sind genau die, die „Volk“ genannt werden.
Was das Staatsdenken Nikolai Karlowitsch Swanidses betrifft, so klingt das natürlich wie eine Anekdote. Hier muss noch angeführt werden, von welchem Staat Nikolai Karlowitsch gebacken wurde. Ich denke, dass es genau nicht die Russische Föderation ist. Welcher es ist, dass werde ich schon noch präzisieren. Was das Erbe Stalins betrifft, so wurde Stalin im März 1953 ermordet, vergiftet. An die Macht kam Chrustschow und die Leute, die Stalin umbrachten. Es ist nicht verwunderlich, dass sie sehr schnell alle seine politischen, ökonomischen Errungenschaften zerstörten, ebenso die Achtung zum Kommunismus, die Achtung für Russland und die Sowjetunion, die Stalin begründete.

Ich möchte, das Nikolai Karlowitsch auch kommentiert.

N. Sw.: Zum ersten, „Genosse“ werde ich Starikow nicht nennen, denn er ist mir kein Genosse. „Herr“ – das ist eine höfliche Anrede, ich erlaube mir, sie gerade ihm gegenüber zu benutzen. Aber die „Genossen“ verschwanden 1991 gemeinsam mit der Sowjetunion, die zusammenbrach, wie ein Kartenhaus, gebaut von Stalin auf dem Blut und den Knochen der russischen Menschen. Zu welchem Staat ich mich selbst zugehörig fühle, so würde mich die Meinung des Herrn Starikow interessieren, er zögert, das auszusprechen und ich weiß nicht, was er im Blick hat. Offensichtlich irgendwelche Angriffe an die Adresse meiner ethnischen Herkunft. Aber möge das bei ihm bleiben. Was den Tod Stalins betrifft, so sind das Phantasien, Unsinn, der durch niemanden bewiesen ist. Das sagen nur Pseudohistoiker, sofern es keine Beweise dafür gibt. Aber es gibt eine Menge Beweise, dass Stalin seinen Tod starb. Um ihn sorgten sich seit einiger Zeit seine Kumpane, wie sie ihn lebendig fürchteten, so fürchteten sie seinen Tod. Und er bewahrte diesen Koloss auf den tönernen Füßen, den viele als die Krone der Schöpfung ansahen. Er trug dieses goldene Ei unter der Bezeichnung „Sowjetischer Staat“, das sich als nicht lebensfähig erwies.

P.S. In der letzten Zeit polemisiere ich häufig mit Nikolai Karlowitsch Swanidse auf verschiedenen Ebenen. Darum, damit wir beim nächsten Mal nicht zu der Frage zurück kehren müssen „wie mich ansprechen“, bitte ich sehr, mich „Nichtgenosse Starikov“ zu nennen.

Das zum ersten.

Und zweitens. Bei dieser Gelegenheit und vor dem großen Auditorium meines Blogs, und sogar den Weiten des russischen Internets möchte ich Sie, Nikolai Karlowitsch, noch einmal zu meinem Programm der Russischen Politik auf RSN einladen. [Es geht hier um die Frage, wo – nämlich in London – Herr Gorbatschow seinen 80. Geburtstag gefeiert hat – Anm. von mir] Lassen Sie uns den Disput Auge in Auge austragen. Für die Zuhörer wird das interessant sein. Ich verstehe, dass Nikolai Karlowitsch ein sehr beschäftigter Mensch ist. Und trotzdem hoffe ich, ihn an einem Samstag in Moskau, um 16:00 Uhr, in den Studien der russischen Nachrichtendienste zu treffen.

P.P.S. Ich konnte Ihre Aufmerksamkeit nicht darauf richten, wie „unabhängige“ Journalisten der Radiostation „Kommersant FM“ völlig „zufällig“ die Worte Swanidses unserer Polemik ins Rampenlicht stellten. Dass ausgerechnet seine Worte – Schimpfworte an die Adresse Stalins – sichtbar waren. Was soll ich sagen – in der besten demokratischen Tradition.

Eigene unautorisierte Übersetzung des Original-Artikels auf nstarikov.ru

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: