Wie wir unsere Welt verändern

Auf uhupardos Blog hat sich zu seinem Artikel: Denken Sie jetzt nach vorn! eine hochinteressante Diskussion mit den verschiedensten Lösungsansätzen für eine bessere, menschliche Gesellschaft entfaltet.

Mir fiel hier – wie so oft in letzter Zeit – Nick Motts brillianter Kommentar auf, den ich darum mit seiner Genehmigung hier im Wortlaut als eigenen Artikel zur Diskussion stelle:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/schwarm-experiment-menschen-sind-auch-nur-fische-a-471179.html
http://derstandard.at/1252036646511/Experiment-Menschen-im-Schwarm-verhalten-sich-wie-Fische
http://www.geo.de/GEOlino/mensch/58045.html?p=1&t=media

Langer Links kurzer Sinn:
Deutschland hat ca. 80 Mio. Einwohner.
5% davon wären 4 Mio.
5% davon wären 200.000
5% davon wären 10.000
5% davon wären 500
5% davon wären 25
5% davon wären ca.1 – wenn also 1 anfängt, 25 anderen eine Orientierung zu geben, wenn diese gerade danach suchen, hat er hervorragende Aussichten, seine Orientierungsweise, seine Ziele durch diese 25 multiplizieren zu lassen usf.
Voraussetzung ist
1. ein Chaos oder eine verwirrende komplexe Situation mit
2. einem deswegen gegebenen Orientierungsdefizit, welches
3. mit einer Notwendigkeit zur Orientierungsfähigkeit einher geht, welche
4. von einer glaubwürdigen Person verkörpert wird, die
5. die kybernetischen Algorithmen struktureller Determination
a) verstanden hat und
b) rechtzeitig, umfassend und angemessen anzuwenden versteht^^

Vergleiche hierzu auch
– Werbeeffekt
– Modeeffekt
– Schwarmeffekt (s.o.)
– Hurrapatriotismus
– Schlaaaand!-Effekt
– Boy-group-Effekt
– Guru-Effekt, usw. usf. (Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit^^)

Jetzt die Gretchenfrage: Wie soll wohl so ein Orientierungsmodell aussehen?

Ich nenne es “Verschränkte Triangulation”.
Es gibt immer nur “Dreiergruppen”, wobei aus jeder Dreiergruppe jeweils einer mit einer weiteren Dreiergruppe gekoppelt ist (http://image.spreadshirt.net/image-server/v1/designs/14787496,width=190,height=190/Dreikraft—TRIFORCE,-digital,-silber,-altes-magisches-Symbol,-Sierpinski-Dreieck,-Tetraeder-.png).

Das heißt, dass jeder sich nur um 2 weitere “kümmern” muss, dies aber unter vollem Einsatz seiner Möglichkeiten.
Besitzt er selbst diese Möglichkeit nicht, dann kümmert er sich insofern darum, als er nicht ruht, bis er unter Weiterreichung innerhalb der Verknüpfungen jemanden findet, der auf die Bedürftigkeit reagieren kann.

Vorteil: Jedem wird jederzeit durch irgendjemandem geholfen, keiner bleibt allein mit seinen Problemen und der Aufwand ist denkbar gering gegenüber der absoluten Sicherheit der Befriedigung existentieller Bedürfnisse, die JEDER dadurch genießt.

Mal meine 2Ct dazu^^

Mir fiel dazu ein Video von anonymus ein, das in die gleiche Richtung zeigt:

Falls der Text ein wenig unverständlich ist, hier die schriftliche Form des Textes:

In the past many leaders have arisen
and changed the world for the better
the control system knows exactly how to deal with these type of leaders
they know that if the rebel leader is removed then the momentum of the movement is severely damaged
there is a saying;
„cut off the head and the body will die“
without the leader the followers are left disheartened
and a weakened version of the original idea lives on
anonymous is different as there are no official leaders
and everyone is their own leader
there is no centralised power structure
there is only the idea
this is very difficult to stop
the control system tries to apply the same old method of finding the leaders or arresting individual members
they do this because they presume anonymous functions in the same way as themselves
they function within the structure of a pyramid
someone higher up is always passing on orders to those below
of course this is not the case with anonymous
anonymous is comparable to a virus in the way the idea of itself spreads
every new member becomes a unique point of origin
and takes on their own interpretation of anonymous
in this way, anonymous is constantly spreading and evolving
this is why it is impossible to stop
recently there have been arrests by the FBI of anonymous members
let me say this
trying to stop anonymous by arresting individual members is like
trying to extinguish a wildfire with a cup of water

We are anonymous
we are legion
expect us…“

Jetzt freue ich mich auf Ihre Kommentare zu diesen Gedanken.

Lesen Sie dazu auch folgende Artikel:

Welche Rolle können Commons im Transformationsprozess zu Nachhatligkeit spielen

Wir müssen das Herz des Kapitals treffen – das Geld

Wer regiert hier eigentlich?

Ist der Kapitalismus reformierbar?

Für eine andere Welt – Revolten, Ausschreitungen & Widerstand

 

 

12 Responses to Wie wir unsere Welt verändern

  1. uhupardo sagt:

    Um endlich mal beweisen zu können, dass Schneeballsysteme nicht nur kriminelle Machenschaften sind sondern sogar kriminelle Machenschaften beenden können. Auf geht´s!

    • Wobei ein echtes Schneeball-System ja wiederum eine Pyramide bildet, uhupardo. Die soll durch das oben gezeigte Modell ja gerade aufgelöst werden.
      Aber ansonsten geb‘ ich Dir recht. Auf, auf!

  2. fischi sagt:

    Gut das ich ein Fisch bin besagt ja schon mein Nick.
    Daher weis ich aber auch das es sehr viele Raubfische gibt die in den Schwärmen Chaos anrichten.
    Nee Spaß beiseite.
    Ich glaube nicht das die Lösung so einfach ist.
    Ein Ansatz schon aber wo bleibt dabei Merkel und die ganzen Nutznießer und dann noch die ganzen Bild-Gebildeten.

    • Ein Raubfisch richtet in einem Schwarm nie für lange Zeit Chaos an, fischi, dann hat der Schwarm wieder seine Ordnung gefunden und die Lücken gefüllt. Der Raubfisch fängt auch immer nur die schwachen und kranken Fische des Schwarms weg (die können nicht schnell genug weg) und er hält so den Bestand sauber und gesund. Der Raubfisch wird auch nie mehr Fische erjagen als er für seinen eigenen Lebenserhalt braucht.
      Beide haben also Vorteile voneinander.

      Eine Lösung kann auch nie einfach sein, fischi.
      Das ist ein WEG, keine Lösung. Die Lösung wird sich ergeben und selbst Merkel und die anderen Nutznießer sind eingeladen, mitzutun. Nur an irgend eine Spitze stellen und über andere herrschen, das geht dann nicht mehr… – und das ist auch gut so.

      Was nützt es irgendwelche Theorien und „nur so ist es richtig“ Thesen aufzustellen und sie werden wieder benutzt wie eine Religion, die wieder Herrschende und Beherrschte hervorbringt und alles fängt von vorne an?
      Sind die Menschen nicht in der Lage, ihre Probleme selbst zu lösen, nämlich da, wo sie entstehen und gleichberechtigt zusammen zu arbeiten, um auch die globalen Probleme zu lösen?
      Wir Menschen können das! Wir machen das.
      Es gibt auch gar keine andere Möglichkeit für uns Menschen. Um’s verrecken nicht!

      Und in dem oben gezeigten Weg sehe ich eine Möglichkeit, zu verhindern, dass sich die alten pyramidenförmigen HERR-Schaft-s-Strukturen wieder bilden können.

  3. fischi sagt:

    Ich wehre mich ja auch blos ein Fisch zu sein.
    Menschliche Raubfische würden sich die Anführer raussuchen, das ist nach meiner Meinung der Unterschied.
    Ich lese bei Dir raus das Du eine Gesellschaft die ohne Anführer auskommst vorstellst.
    Ich glaube aber das manchen Menschen das dominieren angeboren ist.
    Keine Ahnung ob ich da recht habe, oder ist es doch anerzogen.

    • Beides. Ich würde es aber nicht „dominieren“ nennen. Dominanz wird es nur in unserem pyramidenförmigen HERR-Schaft-s-System und andere zu dominieren versucht nur, wer sonst nichts vorzuweisen hat… Sagte mir schon meine Großmutter…

      Es gibt Führungspersönlichkeiten. Die wirklichen Führungspersönlichkeiten, die „natürlichen Führer“ werden im Westen unterdrückt, gedeckelt, behindert. Das sind die Menschen, denen andere gerne folgen, weil sie durch ihre Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Kompetenz, sowie durch ihre Charakterstärke überzeugen.

      Die Ureinwohner der USA, unter ihnen die Lakota, berichten, dass sie die Kinder beobachten und so sehr früh erkennen, wer eine Führungspersönlichkeit ist. Sie werden ganz natürlich von den anderen Kindern in den Spielen immer wieder zu Führern ernannt und sie haben es nicht nötig, sich durch Gewalt „nach oben zu pushen“, ganz im Gegenteil, sie fallen durch ihre Bescheidenheit auf. Bei den Ureinwohnern wird übrigens auch jeder Versuch, sich Macht durch Gewalt zu verschaffen streng bestraft. Das ist tabu. Dieses Kind, das Führungsqualitäten zeigt, wird behutsam in über zwanzig Jahren an seine verantwortungsvolle Aufgabe herangeführt. Abgeschlossen wird diese „Ausbildung“ im Grunde nie, denn bei ihnen herrscht niemand unumschränkt, sondern es wird mit dem gesamten Trupp (Stamm, Stammesteil) beraten, was gemacht werden muss und soll und es gibt den Ältestenrat, dem die angesehensten Stammesmitglieder angehören, die dem Häuptling beratend zur Seite stehen.
      Wie Basis-Demokratie funktionieren kann, können wir uns bei den Naturvölkern abschauen. Sie leben das alle.
      Darum bin ich so fest davon überzeugt, dass dies die natürlich Form des Zusammenlebens der Menschen ist und dass die Staaten künstliche, von oben aufgepropfte Gebilde sind, um die HERR-Schaft einiger weniger mittels Staatsgewalt über die vielen zu garantieren.

      Heute fand ich auch diesen Artikel, der meine Vermutung bestätigt, zumal ich weiß, dass die einzelnen Trupps der Lakota selten 200 Personen überschritt, der Stamm konnte und war natürlich zahlenmäßig größer…
      http://de.wikipedia.org/wiki/Dunbar-Zahl

      Der englisch-sprachige Artikel ist ausführlicher, vielleicht hilft Dir ja google beim Übersetzen.
      http://en.wikipedia.org/wiki/Dunbar%27s_number

  4. joern sagt:

    Später nachtrag.
    Anführer nur noch im Sinne von Fachlich besser – von den besten lernen. Eine Art Fachvorgesetzter muss in einigen Fällen sicher sein, aber die Rolle kann dann ja je nach Aufgabe bzw. Vorhaben der jeweils beste übernehmen. In allen Arbeitsähnlichen Situationen im Freundeskreis ergibt sich die Aufgabenteilung ja auch wenn da jemand dominanter ist verteilt er halt die Aufgaben. Es will ja auch nicht jeder den Überblick behalten und alles Koordinieren, das ist ja schon eine Begabung – so wie ich das kenne ergibt sich das meisst von selber oder es wird mal was ausdiskutiert.
    Aber für das Land und die Städte brauchen wir nur Verwalter die sich im Idealfall auch dazu berufen Fühlen und die Aufgabe gerne übernehmen.

    • Vielen Dank, Joern!
      Deine Beobachtung deckt sich völlig mit meiner!
      Diese Menschen, wie Du sie beschreibst und die ich natürliche Führungspersönlichkeiten nenne, sind jedoch nicht dominant, sie wissen einfach nur, was in bestimmten Situationen zu tun ist! Darum genießen sie das Vertrauen der anderen in diesen bestimmten Situationen. Und ganz bestimmt sind das je nach Situation jeweils andere Menschen!

      Ich denke, es wäre wesentlich vernünftiger, diese auf ihrem jeweiligen Gebiet kompententen Menschen bei überregionalen Problemen zur nächst höheren Ebene zur Diskussion und Lösung dieser Probleme zu schicken. Der kommt dann mit der dort vorgeschlagenen Lösung zurück und findet sie in der untersten Ebene Zustimmung, wird das umgesetzt, wenn nicht, dann nicht! So setzt sich ganz natürlich die beste Lösung durch! Ständige gegenseitige Kommunikation über Durchsetzung und Ergebenisse ist natürlich Voraussetzung und im Zeitalter des Internets auch keine unüberwindliche Hürde. Also keine „festen Posten“, sondern wechselnde Verantwortlichkeiten je nach Können und Wollen.
      Von dieser überregionalen Ebene werden dann wieder die besten auf ihrem Gebiet zur noch nächst höheren Ebene gesandt, wenn dies erforderlich ist, und so weiter bis hoch zur globalen Ebene.
      Eine „Verwaltung“ ist nicht notwendig, denn die „Gremien“ sind ja nicht fest-stehend, sondern organisch, ständig wechselnd und „gemacht“ wird ja eh nur in der untersten Ebene! Dadurch ergibt sich dann ein ganz natürliches, durchaus einheitliches und doch differentes, nämlich den jeweils regionalen Bedingungen angepasstes, Handeln!

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  7. Hans-im-Glück sagt:

    … ganz ohne Führung wird es nicht gehen – es muss immer jemand organisieren, was wann von wem zu tun ist.
    Allerdings kann das wie im modernen Projektmanagement geschehen, d.h. ohne „Linien“- oder „Personal“-Verantwortung, sondern auf Basis von Sach- und Fachkenntnis bzw. Organisationstalent und -erfahrung – da wird sich zeigen, ob jemand ohne Strenge und Anweisungen motivieren kann oder nicht.
    Und ich bin überzeugt: wenn im Interesse aller gearbeitet wird und nicht für die Geldbörse eine „reichen Sackes“ wird das Motivieren recht einfach werden…

    Die Logik des Artikels, wo eingangs jeder 20 – 25 Leute anführen soll, und dann auf drei reduziert wrid, erschliesst sich mir nicht ganz – ist auch nicht notwendig.

    Entscheidend wird sein, ob wir genug Selbstvertrauen haben werden, die „Schwatzgustavs“ alle wegzuschicken und „unser eigenes Ding zu machen“…
    Wenn wir alle, die nicht richtig mit anpacken, einfach stehen lassen, ignorieren, dann „geht was“ voran – wichtig ist, sich von den eingefahrenen Gleisen zu lösen und sich nicht mehr manipulieren zu lassen – jede/r ist ganz allein für das eigene Leben verantwortlich…

    • Die Logik des Artikels, wo eingangs jeder 20 – 25 Leute anführen soll, und dann auf drei reduziert wrid, erschliesst sich mir nicht ganz – ist auch nicht notwendig.

      Das hast Du wohl falsch verstanden. Es geht darum, dass 5 % aller Menschen ausreichen, alle anderen mitzuziehen. Das hat Nick Mott heruntergerechnet.

      Nein, es geht natürlich nicht ohne Führung.
      Es geht auch nicht ohne gemeinsames Ziel und ohne Plan, wie dieses gemeinsame Ziel erreicht werden kann, woraus dann das nächste Ziel erarbeitet und formuliert werden muss. Mit den von Dir formulierten Qualitäten für die Menschen, die Führung übernehmen, bin ich völlig einverstanden.

      Nein, ich denke nicht, dass wir die „Schwatzgustavs“ wegschicken sollten oder gar müssen. Wir dürfen nur nicht gestatten, dass sie Macht bekommen. Dann können sie doch schwatzen so viel sie wollen. Und Du zeigst in Deinen nächsten Zeilen schon den Weg dort hin.

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